Palmöl ist das meist verwendete Pflanzenöl weltweit. In unzähligen Nahrungsmitteln und Hygieneartikeln steckt Palmöl, da es einfach in der Handhabung und billig in der Produktion ist  – ob in Chips, Schokolade, Margarine, Shampoo, Hautcreme oder Waschmittel. Doch der Preis für die Umwelt ist hoch. Wir verraten, was Sie tun können.

Selber machen statt Fertigprodukte

Bereits jedes zweite (!) Produkt aus dem Supermarktregal enthält Palmöl. Dieses vielseitig einsetzbare Fett wird aus Ölpalmen gewonnen, die häufig auf gerodeten Regenwaldflächen gepflanzt sind. Die gesunde, ökologische Alternative beim Essen: weniger Fertigprodukte kaufen, auf die Zutatenliste achten und mehr selber machen. Einige Rezeptideen finden Sie weiter unten.

Palmöl ist in der Lebensmittelindustrie sehr beliebt, weil es bei Zimmertemperatur fest ist und somit für cremigen Schokoaufstrich & Co sorgt. „Aus technologischer Sicht eignet sich Palmöl hervorragend um gehärtete pflanzliche Fette zu ersetzen, die auf Grund ihrer Trans-Fettsäuren gesundheitsschädlich sind. Gut ist Palmöl dennoch nicht – weder für unseren Körper noch für die Umwelt“ warnt DI Josef Schenkenfelder, Lebensmitteltechnologe von „die umweltberatung“.

Selber machen statt Fertigprodukte: Ein leckeres Müsli mit frischem Obst ist schnell zubereitet.

Schlecht für die Umwelt und für unsere Gesundheit

Bei der Herstellung von Palmöl entstehen verschiedene chemische Verbindungen, die als potenziell krebserregend eingestuft werden. Zudem muss Regenwald den riesigen Ölpalmen-Monokulturen weichen, was den Lebensraum für eine Vielzahl von Pflanzen und Tieren sowie die Lebensgrundlage der ansässigen Bevölkerung unwiederbringlich zerstört. Neben Nahrungsmitteln findet Palmöl auch in Agrotreibstoffen, Kosmetikprodukten, Tierfutter und Reinigungsmitteln Anwendung.  Spitzenreiter im Palmölverbrauch sind übrigens Indien und Indonesien. Dort wird Palmöl hauptsächlich zum Kochen und Backen verwendet.

Auch viele Tierarten sind bedroht

Zu den schwerwiegenden Folgen der Regenwald-Abholzung gehören unter anderem der gewaltige CO2-Ausstoß und der Verlust der Artenvielfalt: Die Rodung setzt extrem viel Kohlenstoff frei, der als Kohlendioxid (CO2) die Erdatmosphäre schädigt. Außerdem befindet sich in Indonesien  sehr viel Wald auf Torfmooren (das Land besitzt mehr als 80% der südostasiatischen Torfböden), die besonders viel CO2 speichern. Wenn diese für die Anlegen der Plantagen entwässert werden, entweichen bei der Umwandlung eines einzigen Hektars Torfmoorregenwaldes bis zu 6.000 Tonnen CO2.

Der Sumatra-Tiger zählt zu den bedrohten Tierarten

Indonesien ist nach Brasilien das Land mit der größten Artenvielfalt. Zahlreiche bereits vom Aussterben bedrohte Tier- und Pflanzenarten wie Orang-Utans, Sumatra-Tiger und Borneo-Nashörner haben hier ihren Lebensraum. Die Heimat dieser Tiere in den feucht-heißen Regenwäldern Borneos und Sumatras schrumpft dramatisch. Der Mensch rodet den Regenwald – ohne Rücksicht auf Flora und Fauna – um Platz zu schaffen für große Plantagen oder Minen. Besonders die Nachfrage nach Rohstoffen, allen voran Palmöl und Kohle machen viele Tiere zu Heimatvertriebenen in ihrem eigenen Land.

Auf die Zutatenliste achten
Wer die Zutatenliste auf Lebensmittelverpackungen aufmerksam liest, wird häufig fündig: Palm(kern)öl oder Palm(kern)fett muss, wie alle anderen pflanzlichen Fette, seit 2014 dezidiert ausgewiesen werden. Genau hinschauen und selber machen sind die Alternativen.

Rezepte für Palmölfreiheit

  • Vorsicht, die meisten Knuspermüslis enthalten Palmöl.

Selber machen: Haferflocken werden beim Rösten in einer heißen Pfanne auch ohne Fett knusprig. Für besonders gutes Aroma gehackte Haselnüsse oder Mandeln mitrösten. Beides mit Joghurt und Obst der Saison vermischen – mmmmh!

  • Müsliriegel sind meist palmölhaltige Snacks.

Selber machen: Köstliche Haferriegel lassen sich mit wenigen Zutaten selbst herstellen, das Rezept gibt’s auf der Rezeptewebsite von „die umweltberatung“.

  • Fertiggerichte mit Saucen enthalten meist Palmöl.

Selber machen: Ein Rezept für einen überbackenen Gemüseauflauf gibt’s auf www.umweltberatung.at/ueberbackener-gemueseauflauf

  • Wer den süßen Gusto am Nachmittag stillt, isst in den meisten Fällen Palmöl.

Selber machen: „die umweltberatung“ hat auf ihrer Website ein Rezept für Dinkel-Schoko-Cookies

  • Eine Suppe am Abend ist ein guter Baucherlwärmer, in Suppenwürfeln steckt aber meist Palmöl drin.

Selber machen: Wer Suppengrün anröstet und Gewürze wie Liebstöckel, Bohnenkraut und Petersilie mitkocht, braucht meist keinen Suppenwürfel. Suppengemüse kann man auch einsalzen und damit haltbar machen: www.umweltberatung.at/suppengemuese-eingesalzen. Falls es mal schnell gehen muss, sollten Bio-Suppenwürfel ohne Palmöl zuhause sein – auf die Zutatenliste achten!

  • Ist Besuch da, gibt’s oft Knabberzeug.

Selber machen: Knabberstangerl aus dem eigenen Rohr sind etwas Besonderes für die Gäste und leicht selbst herzustellen: www.umweltberatung.at/dinkelgrissini

Diese einfachen Ideen schützen nicht nur die Umwelt, sondern nützen auch unserer Gesundheit! Also: In Zukunft Augen auf beim Einkauf und mit kreativen Ideen Fertigprodukte durch Selbstgemachtes ersetzen!

Weitere Informationen

„die umweltberatung“ bietet auf ihrer Website eine Checkliste die zeigt, in welchen Lebensmitteln meist Palmöl drin steckt:

www.umweltberatung.at/checkliste-da-steckt-meist-palmoel-drin

Im Lebensmittellexikon informiert „die umweltberatung“ über Palmöl und viele andere Lebensmittel: www.umweltberatung.at/lebensmittellexikon

Unter Tel. 01 803 32 32 berät „die umweltberatung“ zur ökologischen Ernährung.

Text: „die umweltberatung“,  überarbeitet von Nanja Antonczyk

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