Hüten Sie Ihre Familiengeschichte: Wie war das eigentlich mit Tante Rosi? War sie mit Onkel Karl verheiratet oder haben sie gar in wilder Ehe gelebt? War unser Urgroßvater mütterlicherseits nun der Schneider aus Brünn oder der Bauer aus Mistelbach? Und wie sind die Zwillinge in Los Angeles eigentlich mit uns verwandt?

Für jeden, der sich dies oder ähnliches schon öfters gefragt hat, gibt es nun eine einfache Möglichkeit, ein für alle Mal einen Familienstammbaum zu schaffen, anhand dessen sich diese Fragen spielend beantworten lassen. Und was das Beste ist: man muss dafür nicht einmal einen Fuß vor die Türe setzen! Notwendig jedoch ist ein Hang zum Internet oder auch eine „computerfitte“ Nichte bzw. ein gewiefter Enkelsohn, die nicht abgeneigt sind, nach ihren eigenen Wurzeln zu forschen.

Ansicht alter Schwarz-Weiß-Fotos

Alte Schwarz-Weiß-Bilder ansehen und raten, wer es ist, Foto: Nanja Antonczyk, gillyfish.eu

Heiteres Verwandtschaftsraten

Sonntag Mittag: Die ganze Familie sitzt bei Tisch und trinkt Kaffee. Der Schweinsbraten war knusprig, die Erdäpfelknödel flaumig, die Topfenpalatschinken ein Traum. „Also Mama, du hast doch immer gesagt, der Besitzer von dieser Dschungelbar im Burgenland war das schwarze Schaf der Familie,“ bringt die Tochter des Hauses das alte Thema wieder einmal aufs Tablett „wie war der eigentlich mit uns verwandt?“ Dann geht das kollektive Nachdenken los, wie schon so oft. Opa sagt, es stimmt, aber er hat keine Ahnung wie. Dafür fängt er an, alle Namen seiner sieben Tanten und drei Onkel herunterzuratschen, um seinem Gedächtnis auf die Sprünge zu helfen. Oma ist sich überhaupt nicht sicher, denn das ist ja „der andere Teil der Familie“ und fügt noch bei, dass sie froh sei, „so einen“ nicht zu ihrer Sippe zählen zu müssen. Die Mama versucht indes sich zu erinnern, wie der Ort überhaupt hieß, wo der Dschungelbar-Cousin sein Unwesen trieb. Inzwischen ist Opa bei Onkel Paul angelangt, dessen Söhne Peter und Hans usw. usw.

Klare Familienverhältnisse

Die Rettung aus dem Dickicht der Verwandtschaftsverhältnisse naht in Form eines Notebooks, den der Jüngste am Tisch aus seinem Zimmer holt. Binnen Minuten hat er eine Webseite offen, die verspricht, die Sache mit dem Cousin ein für alle Mal zu klären und für die Ewigkeit festzuhalten. Während die ganze Familie versucht, Junior über die Schulter zu schauen, taucht am Bildschirm eine Abstammungstafel auf, in die man die Namen aller Verwandten eintragen kann. Zu jedem Familienmitglied gibt es ein Profil mit Platz für alle möglichen Informationen wie Geburtstag und Geburtsort, Ausbildung, Arbeit und Adresse bis hin zum Spitznamen.

Liebevoll gestaltetes Grab mit Engelsfigur

Reihe und Grab der Verblichenen kann man für die Nachwelt vermerken, um die Ahnenforschung zu erleichtern.

Selbst Reihe und Grab der Verblichenen kann man für die Nachwelt vermerken. Ausgehend von Opa und Oma wird der Stammbaum nach und nach erweitert mit allen Details, die während des Nachmittags sukzessive ans Tageslicht kommen. „Tante Käthe hatte tatsächlich drei Kinder von drei verschiedenen Männern?“ Arg!“, empört sich jemand zwischendurch „dabei hat sie immer den Moralapostel gemimt!“ Irgendwo findet sich schließlich auch die verstaubte Schuhschachtel mit den alten Fotos, die so manchen Namen und oft auch eine vermisste Jahreszahl liefern. Als nützlich erweisen sich auch die Fotos von diversen Familienfesten, denn so lassen sich den Namen im Stammbaum auch gleich Porträtfotos zuordnen. Ab und zu wird zum Telefon gegriffen, um bei einer Cousine oder einem Onkel nach fehlenden Details zu fragen oder Vermutungen zu bestätigen. Fehlende Geburts- oder Sterbetage können beim nächsten Friedhofsbesuch anhand der Daten am Grabstein leicht eruiert werden.

Sind die meisten Informationen einmal gesammelt, ist es ein Leichtes, sie später weiter zu ergänzen. Manche Portale bieten sogar die Option, diverse Verwandte per E-Mail zum Mitmachen anzuregen oder ein Familienwappen beizufügen. Das Dienstleistungsangebot umfasst auch Archivforschung in Ämtern und Namens- und Wappenforschung oder etwa die Erstellung von Familienchroniken.

Den erarbeiteten Stammbaum der lieben Familie kann man am Schluss ganz einfach speichern, um später daran weiterzuarbeiten. Oder aber, man druckt ihn aus und sieht sich die Sache einmal schwarz auf weiß an. Ist das Werk gelungen, kann man meistens gleich via Internet ein fix und fertiges Stammbaum-Poster bestellen, das sich auch ausgezeichnet als Geschenk eignet.

Informationen:

Nützliche Webseiten für die Stammbaumforschung:

www.myheritage.com
www.ancestry.de
www.stammbaumforscher.de

TEXT: GOLDEN Age Magazin, Susanna Hagen 

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