Mit der Landesausstellung feiert Salzburg ein besonderes Jubiläum: 100 Jahre Salzburger Festspiele. Die erste Aufführung von Hugo von Hofmannsthals „Jedermann“ am 22. August 1920 auf dem Domplatz gilt als Gründungsdatum der Salzburger Festspiele. Unter dem Titel „Großes Welttheater“ bietet die Ausstellung im Salzburg Museum nun Einblicke in die Geschichte der Festspiele und ihre Entwicklung bis in die Gegenwart. Gemeinsamt mit den Salzburger Festspielen wird die Geschichte des weltweit bedeutenden Festivals für klassische Musik und darstellende Kunst erzählt.

Die Ausstellung lässt das Museum zur Bühne werden, auf der die Geschichte der Salzburger Festspiele lebendig wird. Film- und Tondokumente, Fotos, Kostüme, Requisiten, ein umfangreiches Archiv, sowie Installationen international renommierter zeitgenössischer Künstler und Künstlerinnen tragen zu einem umfassenden Gesamterlebnis bei. Die Ausstellung folgt damit der Überzeugung von Max Reinhardt, dass sich ein Theaterstück letztlich erst im Austausch mit seinem Publikum erfüllen kann. In diesem Sinne sind Besucher eingeladen, die Geschichte der Salzburger Festspiele aktiv zu erkunden. Unter dem Motto „Vorhang auf!“ warten kreative Workshops und Führungen, die Ausstellung auch individuell zu entdecken.

Salzburger Festspiele Bühnenbild

Großes Welttheater: Raumausschnitt Kunsthalle, © Salzburg Museum/Luigi Caputo

„Großes Kino“

In der Säulenhalle werden die Gäste filmisch willkommen geheißen und in die Geschichte der Festspiele eingeführt. Eine ORF-Dokumentation (Redaktion Werner Horvath) dient der Orientierung über die Gründung, Chronologie und den historischen Kontext der Salzburger Festspiele. Gezeigt werden Eindrücke aus der 100-jährigen Festspielgeschichte und die Ausstellungsgestaltung nimmt Bezug auf die erste „Jedermann-Aufführung“. Sie übersetzt Elemente des Bühnenbildes und den Domplatz in die Säulenhalle der Neuen Residenz.

„Das Archiv“ – 100 Jahre Salzburger Festspiele: Max Gandolph Bibliothek im 1. OG/Neue Residenz

Dieses Ausstellungskapitel zeigt das Archiv der Salzburger Festspiele. Hier werden Dokumente und Materialien, Zahlen und Fakten, Klänge und Bilder, Worte und Geschichte(n) versammelt sowie Entwicklungen der Festspiele und Menschen, die sie prägten, dargestellt und erzählt 100 Jahre Festspielgeschichte von 1920 bis 2020.

Die prunkvolle Max Gandolph Bibliothek – von Erzbischof Max Gandolph im Westflügel erdes Residenz-Neugebäudes als Hofbibliothek gegründet – ist dafür der prädestinierte Ort und wird in einen Erinnerungsort der Salzburger Festspiele verwandelt.

Das klassische Archiv mit Fotos, Rezensionen, Publikationen, Skizzen und Dokumenten wird außerdem durch dreidimensionale Objekte aus dem Kostümfundus, den Werkstätten sowie dem Möbel- und Requisitenfundus erweitert und mit Klangbeispielen sowie Film- und Tondokumenten bereichert. 100 Objekte stehen stellvertrtend für 100 Jahre Festspielgeschichte.

Festspiele in Salzburg – Wesen und Einmaligkeit

Die Salzburger Festspiele starteten 1920 mit vier offiziellen Aufführungen und zwei Sondervorstellungen des „Jedermann“ auf dem Domplatz vor rund 14.000 Gästen. Das Programm umfasst seit 1922 Angebote in den Sparten Oper, Schauspiel und Konzert. Diese bilden bis heute die drei Säulen der Salzburger Festspiele. Im Laufe der Geschichte sind die Salzburger Festspiele Vorbild für eine Vielzahl an neugegründeten nationalen und internationalen Festivals geworden. Ihre Zahl ist heute kaum mehr fassbar. Alleine in Europa gibt es rund 90 Festivals der klassischen Musik, die jeweils mehr als 20.000 Gäste pro Saison erreichen.

Salzburger Festspiele im Jahr 1920

Großes Welttheater: Hugo von Hofmannsthal „Jedermann“, 1920 / Regie: Max Reinhardt, Alexander Moissi (Jedermann), Johanna Terwin (Buhlschaft), (c) Archiv der Salzburger Festspiele / Foto Ellinger

Die Stadt als Bühne – Spielstätten der Salzburger Festspiele: eine Installation im Dialog mit dem aus der Schweiz stammenden Künstler Lionel Favre

„Die Stadt als Bühne“ – diese Version der Festspielgründer steht am Beginn der Festspielgeschichte. In den vergangenen 100 Jahren gingen aus der erzbischöflichen Reitschule, den Stallungen und Getreidespeichern das Haus für Mozart, die Felsenreitschule und das Große Festspielhaus hervor. Gemeinsam mit dem Domplatz und der Kollegienkirche bilden sie den zentralen Festspielbezirk. Hinzu kommen weitere Spielstätten dies- und jenseits der Salzach bis hin zur Perner-Insel in Hallein. –

Mit Fantasie und lustvollem Humor erweckt Lionel Favre die historischen Pläne mit Mozart’schen, Strauss’schen und Goethe’schen Bühnenfiguren zu theatralem Leben.

KlangRaum/KlangKörper: eine Installation im Dialog mit den Wiener Philharmonikern

Die Wiener Philharmoniker und die Salzburger Festspiele sind untrennbar miteinander verbunden. Sie teilen eine gemeinsame Geschichte. Hier traten die Wiener Philharmoniker 1877 erstmals außerhalb von Wien auf. Gerne wird die Stadt Salzburg auch als „zweite Heimat“ des Orchesters bezeichnet.

Diese großartige und fantastische Jubiläumsausstellung sollte man sich keinesfalls  entgehen lassen. Ein Tipp von E.Köchl


Landesausstellung 100 Jahre Salzburger Festspiele bis 31. OKTOBER 2021

Im Salzburg Museum NEUE RESIDENZ, MOZARTPLATZ 1, 5010 SALZBURG

„GROSSES WELTTHEATER“
Katalog zur Landesausstellung 100 JAHRE SALZBURGER FESTSPIELE – Herausgegeben von Martin Hochleitner und Margarethe Lasinger – Deutsch/Englisch – 100 Fotos – www.residenzverlag.at

 

 

 

 

 

 

 

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